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09.11.2015 - 10:23 Uhr

Meist gelingt „der TÜV“ auf Anhieb

Holzminden (red). Über 66 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Holzminden die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit. Bei mehr als 55 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Aber: 33,8 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette auf das hintere Kennzeichen und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher waren fünf Autos. Das ist das Ergebnis der TÜV NORD-Auswertung der Hauptuntersuchungen vor Ort.
Und noch zwei Zahlen aus der Statistik: Der durchschnittliche PKW, der hier an der TÜV-Station geprüft wurde, war 8,7 Jahre alt und hatte mehr als 96.000 Kilometer auf dem Tacho. Insgesamt konstatieren die TÜV NORD-Sachverständigen in ihrer umfassenden Statistik einen neuen Trend: Die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln geht weiter zurück.

Die Mängelentwicklung erläutert der Leiter der TÜV-Station, Andreas Röll: „Viele Hersteller bauen gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne erhebliche Mängel auf unseren Straßen unterwegs sein können. Wenn sich die Autofahrer jetzt auch mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge kümmern und fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahrnehmen, ist das positiv für die Sicherheit auf unseren Straßen. Klar ist: Wer sein Auto pflegt und es in einer Fachwerkstatt warten lässt, kann der TÜV-Hauptuntersuchung gelassen entgegen sehen. Besonders freuen würde es uns auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrtantritt zur Regel wird.“

Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Oftmals werden bei der HU sogar mehrere Beleuchtungsmängel an einem Fahrzeug entdeckt. Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die jeweils im Oktober unter anderem von TÜV NORD durchgeführt wird, dient auch dem Ziel, Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen gerade vor der dunklen Jahreszeit abzustellen.

Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Bremsen“ und „Umweltbelastung“.
Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen TÜV NORD-weit ermittelten Zahlen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 8,3 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 14,4 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 34,7 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 51.273 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 133.982 Kilometern. Wichtig: Wer noch mit einer gelben TÜV-Plakette für 2015 unterwegs ist, sollte bald einen Termin an seiner TÜV-Station vereinbaren. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der ‚fälligen‘ Plaketten auf Braun und so ist schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig und ab dem 8. Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

Telefonisch unter 0800 80 70 600 oder online bei www.tuev-nord.de können Autofahrer Termine zur Hauptuntersuchung vereinbaren. Als bestes Auto mit den geringsten Mängeln im TÜV-Report 2016 wird übrigens die B-Klasse von Mercedes Benz gelistet. Den TÜV-Report, der typspezifische Fahrzeugmängel dezidiert auflistet und damit zu einem Ratgeber beim Gebrauchtwagenkauf wird, gibt es an jeder TÜV-Station und im Zeitschriftenhandel. Er kostet 4,50 €.

Foto: TÜV-NORD

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