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22.05.2017 - 15:16 Uhr

„Die sind so ätzend, da gehe ich lieber zur Schule“ – die „Schulverweigerer-Wecker“ kommen

Holzminden (my). Tagelang, manchmal sogar mehrere Wochen, gehen sie nicht zur Schule. Währenddessen bleibt genug Zeit zum „Abhängen“ – oder auch für Straftaten. Bevor Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren auf die schiefe Bahn geraten, greifen jetzt die „Schulverweigerer-Wecker“ ein. Das neue Projekt läuft seit April dieses Jahres. Heute wurden die Kooperationsvereinbarungen mit der Haupt- und der Realschule Holzminden unterschrieben.

Die „Schulverweigerer-Wecker“ klingeln an den Haustüren der Schulschwänzer und werfen einen Blick auf die Ursachen: Zerrüttete Familienverhältnisse, verwahrloste Wohnungen, falsche Freunde, legale oder illegale Drogen können Gründe sein, weshalb Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen. Hinter dem Projekt stecken fünf Köpfe des Vereins „Aktive Hilfe“, sie sind pensionierte Polizei- oder Justizbeamte. Der Vereinsvorsitzende Hans-Josef Winter nennt sein Team „versiert“ und erklärt: „Unser Ziel ist es, dass Schulschwänzer über uns sagen ‚Die sind so ätzend, da gehe ich lieber zur Schule‘.“ Zwar sind sie im Schnitt weit über 60 Jahre alt, aber sprechen sich dennoch in ihrer internen WhatsApp-Gruppe ab.

Mit diesem neuen Projekt sollen die Wege nun kürzer werden und alle Beteiligten enger zusammenarbeiten. Weniger Aktenumläufe, kürzere Bearbeitungszeiten, konkretere Termine. Statt mehrerer Monate werden die Fälle von Schulverweigerern nun in wenigen Tagen abgehandelt, verspricht Jörg Mertens, Jugendrichter am Amtsgericht Holzminden. Alle Akteure sollen künftig gemeinsam zu einem Termin an einen Tisch kommen. Mit im Boot sind auch die Stadt Holzminden und die STEP Sucht- und Jugendberatungsstelle.

„Wir sind aber keine Konkurrenz zu den Sozialarbeitern in den Schulen oder den Jugendämtern“, erklärt der Vereinsvorsitzende Hans-Josef Winter. Vielmehr wolle man ergänzend wirken und alle könnten von den langjährigen Erfahrungen der pensionierten Beamten profitieren. Die „Schulverweigerer-Wecker“ brauchen auch noch Unterstützung, denn eine Frau fehlt bisher in dem Team.

Als erste Kooperationen wurden heute die Verträge zwischen dem Amtsgericht und der Stadt Holzminden sowie der Dr. Jasper Realschule und der Johannes-Falk-Schule unterzeichnet. Laut Bürgermeister Jürgen Daul könnte mit diesem neuen Projekt ein Modell geschaffen werden. Auch betroffene Eltern können sich an die „Schulverweigerer-Wecker“ wenden. Unter der zentralen Handynummer des Vereins 0176/44 603 733 oder auf http://www.aktivehilfe-holzminden.de/

Fotos: my

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