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30.04.2017 - 10:26 Uhr

„Auf einen Kaffee mit…“ Kirsten Gerberding

Holzminden (my). Wie sieht die Villa Wiesenweg wohl von innen aus? Wie ist es wohl, dort zu wohnen? Diese Fragen hat sich unsere freie Autorin Melike Yasaroglu in ihrer Kindheit immer wieder gestellt. Sie hat sich nicht nur einen Kindheitstraum erfüllt, sondern auch eine der spannendsten Frauen unserer Region kennengelernt. Denn Kirsten Gerberding ist nicht nur die Ehefrau eines großen Unternehmers. Sie lebte zeitweise sogar wie eine alleinerziehende Mutter, hatte eine große Lebenskrise, ist aber immer mutig ihren eigenen Weg gegangen.

Die Villa Wiesenweg ist von innen genauso schön wie der äußere Anblick vermuten lässt. Geschmackvoll eingerichtet, mit glänzenden Böden, aber auch gemütlich und einladend. Ich werde von Hundegebell empfangen, denn Hazel passt gut auf die Villa auf. Kirsten Gerberding ist eine stilvolle, elegant gekleidete Frau, die mich höflich begrüßt. Während wir uns unterhalten, springt Hazel auf ihren Schoß und beobachtet mich neugierig. Doch sein liebstes Hobby ist wohl die Jagd, auf die er sein Frauchen begleitet.

Kirsten Gerberding ist eine Frau, die viel Gutes – nicht nur für unsere Region – tut: Mit ihrem Projekt „Das gelbe Band der Verbundenheit“ hat sie bundesweit für Gesprächsstoff gesorgt. Über die Stiftung „Courage!“ unterstützen sie und ihr Mann zum Beispiel die Musikschule Holzminden und den Vocal Hero Gesangswettbewerb im Landkreis Holzminden. Auch mehrere Bücher hat sie schon veröffentlicht, aber dennoch lebt sie sehr abgeschottet. Wer ist Kirsten Gerberding wirklich?

Ihre Enkelkinder nennen sie „Oki“. Sie ist gerade einmal 21 Jahre alt, als sie Horst-Otto Gerberding heiratet. Heute sagt sie dazu „Gott sei Dank ist das gutgegangen“ und lacht herzlich dabei. Die beiden sind als Nachbarskinder zusammen groß geworden, doch er zieht für sein Studium um. Sie erzählt mir, wie er früher mit seinem aufgemotzten Käfer durch Boffzen fuhr und kommentiert „Ich fand den so doof!“. Eines Tages funkt es doch zwischen den beiden, als sie sich nach langer Zeit wiedersehen. Ihren Ehemann beschreibt sie als „aufrichtig, mutig und großzügig“, und erzählt, wie sie abends gemeinsam kochen und dabei Wein trinken. Oder besser gesagt, sie kocht und er „schnippelt das Gemüse“. Es gab aber auch Phasen, in denen die beiden nicht so viel Zeit füreinander hatten: Er war beruflich für Dragoco viel unterwegs und Kirsten Gerberding hat die drei gemeinsamen Kinder alleine großgezogen.

Aufgewachsen ist die 56-Jährige auf dem Hof ihrer Eltern in Fürstenberg. Wenn sie über ihre Jugend erzählt, schwingt ein wenig Reue in ihrer Stimme mit. Denn während Kirsten Gerberdings Freunde ihre Jugend genießen, feiern gehen und Dates haben, konzentriert sie sich auf den Reitsport. Sie pflegt und bildet die Pferde aus, die ihr Vater, der Landwirt, dann verkauft. Am Wochenende muss sie früh aufstehen, weil sie an Turnieren teilnimmt. Ihre Vergangenheit holt sie wieder ein, als sie 28 ist. Gerade hat sie ihr drittes und  letztes Kind bekommen und fängt an, ihr Leben zu hinterfragen. Die Frage „Reicht es mir, die Frau von Horst-Otto Gerberding zu sein?“ stellt sie sich immer wieder und findet eine Antwort darauf: Sie geht einen neuen beruflichen Weg.

Über einen glücklichen Zufall bekommt sie die Möglichkeit, eine journalistische Ausbildung zu machen und arbeitet jahrelang für verschiedene Zeitungen in Niedersachsen. Der Weg dorthin ist aber steinig, denn Kirsten Gerberding muss sich gegen den Willen ihres Schwiegervaters durchsetzen. Er will, dass sie Zuhause bleibt und weiter eine repräsentative Rolle einnimmt – an der Seite ihres Mannes. Heute ist Kirsten Gerberding dankbar, dass ihr Ehemann Horst-Otto Gerberding sie auf ihrem Weg unterstützt hat und ihr viele Freiheiten ließ.

In ihrer Stiftungsarbeit will sie sich stärker für Flüchtlinge engagieren. Ihr Motto dabei ist „Ich bin, weil wir sind“. Aber wie jeder von uns hat auch die 56-Jährige ihre Zweifel und Ängste. So war es auch, als ihr vor rund zwei Jahren der Gedanke kam, eine syrische Flüchtlingsfamilie im Kreis Holzminden persönlich zu unterstützen und zu betreuen. Das Schicksal der damals schwangeren, traumatisierten Frau hat sie sehr berührt und ihre Entscheidung war gefallen. Bei einem Kaffee nannte der Vater der Flüchtlingsfamilie sie einmal „du liebe gute alte Mutter“ – Kirsten Gerberding erzählt es mit strahlendem Lächeln.

„Auf einen Kaffee mit…“ macht jeden zweiten Sonntag Platz für Gespräche – mit interessanten Menschen aus Holzminden. Über wen möchten Sie gerne mehr erfahren? Oder haben Sie ein tolles Projekt für unsere Region geplant? Wir freuen uns über Ihre Vorschläge, die Sie uns gerne mailen können an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Am Sonntag, 14. Mai 2017 erscheint die nächste Folge unserer Kaffee-Reihe.

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