Schnellkontakt: redaktion@holzminden-news.de   -    Telefon: 0176 - 45 80 45 04
Jobbörse FANKURVE Veranstaltungskalender Unsere Partnerzeitungen Restaurants

05.04.2017 - 07:29 Uhr

Lesermeinung: Grüne fordern den sofortigen Bau eines Kinderhortes an der Astrid-Lindgren-Schule | 39 Hortplätze fehlen für das Schuljahr 2018/19 an den Grundschulen - Rat schiebt Lösung auf die lange Bank

Für das Schuljahr 2017/2018 fehlen an den Holzmindener Grundschulen sage und schreibe 39 Hortplätze und auch für das Folgejahr ist bereits jetzt die Nachfrage größer als das Angebot. Job und Kinder unter einem Hut zu bringen, dass wird für viele Familien in unserer Stadt ein unerfüllter Wunschtraum bleiben. Dort wo beide Ehepartner aus finanziellen Gründen arbeiten müssen, kommt es einer mittleren Katastrophe gleich.

Wahlfreiheit? Fehlanzeige! Woran liegt es eigentlich das Plätze fehlen?

Es liegt ganz konkret an SPD, FDP, UWG, WIR, GfH und CDU. Erst kürzlich lehnten die genannten Parteien den Bau eines Kinderhortes an der Astrid-Lindgren-Schule ab. Das Vorhaben erscheint ihnen zu kostspielig. Außerdem hofft man, dass einige der Grundschulen zu Ganztagsschulen werden, so dass der Bau eines extra Hortes nicht notwendig wird. Hierzu ist zu sagen, dass die Ganztagsschule auf der einen Seite und der Hort auf der anderen Seite aber zwei grundsätzlich verschiedene Konzepte sind.

Für manche Kinder ist es vom Vorteil, wenn sie schulisch intensiver unterrichtet werden. Andere haben diesbezüglich eher weniger Bedarf, so dass eher die Betreuung an sich im Vordergrund steht. Vielerorts werden daher beide Konzepte parallel und in Kooperation angeboten, um jedem Kind so weit es geht gerecht zu werden. Zu betonen ist auch, dass man die Grundschulen nicht dazu zwingen kann, zu Ganztagsschulen zu werden. Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht.

Dass die Eltern jetzt sofort eine Lösung brauchen interessiert die Mehrheit des Stadtrates nicht. Man will erst in Ruhe die Ergebnisse eines Grundschulkonzeptes abwarten, welches im Frühjahr 2018 fertig sein soll. Vielleicht ist es auch einfach dem hohen Durchschnittsalter und somit der fehlenden Betroffenheit eines Großteils des Stadtrates geschuldet, dass man keine Eile hat. Man lässt die Eltern im Regen stehen und das ist ein Skandal. Es ist geradezu aberwitzig. Der Staat investiert Milliarden, um Eltern zurück in den Job zu bringen, wenn ihre Kinder ein oder zwei Jahre alt sind – doch wenn der Nachwuchs in die Schule kommt, müssen viele Mütter oder Väter notgedrungen so nun auch in Holzminden wieder beruflich kürzertreten.

Mit dem letzten KiTa-Tag kann dann gleich die Kündigung beim Arbeitgeber abgegeben werden. Der Mangel an Hortplätzen trägt wesentlich dazu bei, dass in Deutschland insbesondere unter den Müttern mit sechs- bis 15-jährigen Kindern nur jede sechste einem Vollzeitjob nachgeht.

Wären die anvisierten Ganztagschulen denn zumindest wirklich eine Lösung, wenn sie denn kämen? Für viele Eltern ist diese Frage klar mit Nein zu beantworten. Horte haben in der Regel länger geöffnet als Ganztagsschulen, oft bis 17 Uhr. Die Nachmittagsbetreuung in der Schule dagegen endet meist um 16 Uhr oder findet überhaupt nur an drei oder vier Tagen die Woche statt. Laut offizieller Definition der Kultusministerkonferenz der Länder ist eine Schule schon dann eine Ganztagsschule, wenn sie an mindestens drei Tagen in der Woche mindestens sieben Zeitstunden lang Unterricht und Betreuung bietet.

Die Folge: Jede dritte Grundschule betreut ihre Schüler nach Angaben der vom Bundesbildungsministerium geförderten „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ nur an allenfalls vier Tagen auch nachmittags. In den Ferienzeiten hat die Ganztagsschule natürlich auch geschlossen. Es wird klar, dass Ganztagsschulen zwar billiger sind aber alleinstehend keine wirkliche Lösung für den Betreuungsbedarf bieten. Die Kostenfrage darf daher nicht im Vordergrund stehen. Zudem ständen auch ausreichend Mittel für den Neubau eines Kinderhortes zur Verfügung. So wird die Stadt Holzminden im laufenden Haushaltsjahr voraussichtlich mehrere Millionen mehr Einnahmen erzielen als ursprünglich geplant. Dies ist insbesondere ein Verdienst der großen Unternehmen der Stadt.

Wir sollten uns hierfür revanchieren und dafür sorgen, dass auch für deren Mitarbeiter Familie und Beruf vereinbar werden bzw. bleiben. Wir als grüne Stadtratsfraktion fordern daher, dass umgehend mit den Planungen zum Bau eines Kinderhortes für fünf Gruppen an der Astrid-Lindgren-Schule begonnen wird. Die Familien können nicht bis Pflaumenpfingsten auf die Politik warten. Es ist Zeit zu handeln!

Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Alexander Titze
Ruth-Horstkotte-Bald
Peter Ruhwedel
Adriano Profeta

*Für die Inhalte einer Lesermeinung ist einzig der genannte Autor verantwortlich, Weser-Ith News distanziert sich von dem jeweiligen verfassten Artikel. Die jeweiligen Leserartikel enthalten dazu den Namen des Urhebers. Die Weser-Ith News behält sich das Recht vor, Leserartikel zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht insofern nicht.

Lesermeinung: Grüne fordern den sofortigen Bau eines Kinderhortes an der Astrid-Lindgren-Schule | 39 Hortplätze fehlen für das Schuljahr 2018/19 an den Grundschulen - Rat schiebt Lösung auf die lange Bank  - Auf Twitter teilen.

TOP 5: Die meistgelesenen Nachrichten der Woche

 

Region Aktiv

Unser Nachrichten-Netzwerk
Brakel News Einbeck News Holzminden News
Höxter News Immobilien aus der Region Meine Fankurve
Northeim News Sportkurve Höxter Warburg News
Weser-Ith News