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02.03.2017 - 10:30 Uhr

Helfer auf vier Pfoten beweisen ihr Können: Johanniter-Team der Rettungshundestaffel Südniedersachsen aus Holzminden besteht Prüfung

Hannover/Holzminden (red). Die Spürnasen der Rettungshundestaffel sind gefragt, wenn Vermisste gesucht werden müssen. Am vergangenen Wochenende bekamen sie und ihre Hundeführer die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen. 24 ehrenamtliche Rettungshundeteams aus ganz Deutschland stellten sich der zentralen Rettungshundeprüfung in Hannover, darunter auch ein Team der Johanniter-Unfall-Hilfe des Regionalverbandes Südniedersachsen aus Holzminden. Kerstin Winterboer und ihr Golden Retriever Labrador Janosch meisterten die anspruchsvolle Prüfung souverän. Zur Unterstützung reiste sogar ein Großteil der Rettungshundestaffel Südniedersachsen an und fieberte beim spannenden Geschehen mit. Die Staffel aus Holzminden ist ab jetzt wieder mit sechs Teams einsatzbereit. 

"Die Prüfung ist immer eine große Herausforderung, da unsere Leistung immer auf Knopfdruck abrufbar sein muss. Aber wir sind ein eingespieltes Team und haben die Aufgabe gut gemeistert", sagt Kerstin Winterboer. Sie ist seit fünf Jahren Mitglied in der ehrenamtlichen Staffel und wird zusammen mit den Staffelkollegen regelmäßig zu Sucheinsätzen alarmiert. Staffelleiterin Katrin Seizer unterstützte ihre Kollegin vor Ort: "Als Staffelleiterin bin ich sehr stolz auf die sehr gute Prüfung von Kerstin und Janosch, aber auch auf die ganze Staffel, die so eine Leistung erst möglich gemacht hat."

Die erfolgreichen Teams erhielten die Zertifizierung auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO) und sind fortan zu Rettungseinsätzen zugelassen. Die mehrteilige Prüfung bestanden insgesamt 21 Teams. Anja Rocksin, Fachberaterin Rettungshundewesen der Johanniter auf Bundesebene, bilanzierte am Ende der zwei Tage: "Die Suche war nicht leicht. Wir haben richtig gute Leistungen gesehen und freuen uns über eine außergewöhnlich gute Bestehensquote."

Johanniter-Rettungshundestaffeln aus ganz Deutschland - von Sylt über Leipzig bis zum Regionalverband Schwaben - hatten ihre Teams in die niedersächsische Landeshauptstadt entsandt. Am Kabelkamp in Hannover und auf dem Truppenübungsplatz Luttmersen absolvierten sie eine kombinierte Prüfung: Los ging es mit einer theoretischen Prüfung der Hundeführer mit Fragen zu Einsatztaktik, Erster Hilfe an Mensch und Hund, Wetterkunde, Karte und Kompass.

Im Anschluss waren die Hunde gefordert, bei praktischen Aufgaben im Gelände unter anderem ihren Gehorsam zu beweisen. Im so genannten Verweistest mussten die Tiere eine scheinbar hilflose Person erkennen, dem Hundeführer zum Beispiel durch lang anhaltendes Bellen den Fund der Person anzeigen und dabei unter Beweis stellen, dass vermeintliche Opfer weder zu bedrängen, noch zu belästigen. Es folgte der Gehorsamsteil, bei dem es auf das gute Zusammenspiel des Teams ankam. Die Hunde mussten dicht am Hundeführer laufen, seinen Kommandos gehorchen und durften sich auch von fremden Menschen und Hunden dabei nicht ablenken lassen. Als letzten Part zeigten die Rettungshundeteams ihr Können im Wald. Auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Suchgelände auf dem Truppenübungsplatz in Luttmersen, nördlich von Hannover, bekamen die Teams zwanzig Minuten Zeit, ein bis zwei im Wald versteckte Personen anzuzeigen. 

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten, sie werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. Nur mit einer gültigen Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen. "Geprüftes Rettungshundeteam" ist ein Qualitätssiegel, das durch ehrenamtliches Engagement und freiwillige Mitarbeit, aber auch durch Geduld beim Erlernen von Wissen, beim Einüben von Fertigkeiten und durch ständiges Training erreicht werden kann. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 18 Monate aufgefrischt werden muss.

Um auch in Zukunft den Herausforderungen im Bevölkerungsschutz gewachsen zu sein, haben die Johanniter in Niedersachsen und Bremen die Kampagne "Helden bitte melden" gestartet. Ziel ist, Menschen für ein Ehrenamt im Bevölkerungsschutz zu begeistern und neue Helfer zu gewinnen. Was die Johanniter machen und wo man sich engagieren kann, erfahren Interessierte unter www.helden-bitte-melden.de.

Foto: Seizer

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