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12.02.2017 - 10:11 Uhr

Brauchtumsfeste: Sichere Umzugswagen bei Karneval & Co.

Holzminden (red). Bald starten sie wieder: große und kleinere Karnevalsumzüge, deren Wagen genauso kreativ verkleidet sind wie die Menschen, die ausgelassen auf ihnen feiern. Damit die Jecken dabei auch sicher sind, benötigen die Fahrzeuge und Anhänger häufig Sondergenehmigungen. Diese werden in Regel auf Basis einer Begutachtung durch eine Prüforganisation wie TÜV NORD erteilt werden.

„Dies gilt insbesondere, wenn Personen auf ihnen befördert werden sollen oder sie wesentlich verändert wurden“, sagt Andreas Röll, Leiter der TÜV-STATION Holzminden. „Das können An- und Aufbauten sein, durch die die zulässigen Abmessungen, Achslasten und Gesamtgewichte überschritten werden, aber auch Änderungen an Zugeinrichtungen, Bremsen oder Lenkung.“ Ist ein Fahrzeug also beispielsweise größer als eigentlich erlaubt, prüft der Sachverständige, ob es im Rahmen des Umzuges trotzdem verkehrssicher ist. Ist der Aufbau bei einem scharfen Bremsmanöver stabil genug? Wie heiß wird es unter der Verkleidung und wohin gehen die Abgase? Das sind nur einige weitere Fragen, die eine Rolle spielen.

Wenn Menschen mitfahren, müssen sie den Wagen sicher über geeignete Stiege betreten und verlassen, sich festhalten und auf rutschfesten Flächen gehen und stehen können. Stehen sie während der Fahrt, müssen Geländer und Brüstungen mindestens einen Meter hoch sein. Dann ist auch die Höchstgeschwindigkeit begrenzt: Mehr als 6 km/h dürfen es nicht sein.

Da Rosenmontagsumzüge auf Strecken verlaufen, die während der Feier für den normalen Verkehr gesperrt sind, drückt der Gesetzgeber bei Scheinwerferlicht und sonstiger Beleuchtung ein Auge zu: Die Vorschriften sind hier weniger streng als bei nicht abgesperrten Umzügen.

Wenn der Wagen diese und weitere Auflagen erfüllt, erteilt TÜV NORD mit dem Brauchtumsgutachten eine einjährige Betriebserlaubnis für den Umzug. Dabei greifen die Sachverständigen auch zum Fotoapparat, um die einzelnen Kunstwerke festzuhalten. „Dieser gesetzlichen Forderung kommen Sachverständige in der Regel sehr gerne nach“, schmunzelt Röll. Die Vorgaben gelten übrigens auch für Wagen bei anderen Brauchtumsveranstaltungen wie etwa einer Kirmes, Erntedankfesten oder Ortsjubiläen.

Um unnötige Schwierigkeiten bei der Abnahme des Wagens zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Experten von TÜV NORD schon zu Beginn des Umbaus einzuweihen. „So können wir frühzeitig helfen und auf wichtige Punkte hinweisen. In die Gestaltung der Karossen fließen viel Fantasie und Arbeit. Es ist schade, wenn die Teilnehmer dann kein Brauchtumsgutachten erhalten“, sagt Röll. „Wir stellen fest, dass die Städte und Vereine verantwortungsbewusst mit dem Thema umgehen, da hat sich in den letzten Jahren viel in Sachen Aufklärung getan. Ich wünsche allen Karnevalisten ein wunderbares Fest mit einem tollen Umzug!“

Foto: Yulia Reznikov / Shutterstock, Inc.

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